BILLY IDOL Live! im Hallenstadion

„I want to thank you for making my life so fucking great!“ BILLY IDOL, Zürich 06.07.2018

Text und Bilder: Claudia Chiodi

Der Punkrocker besuchte letzten Freitag im Zuge seiner Live!-Tour die Limmatstadt. Als Support waren die Österreicher KAISER FRANZ JOSEF dabei, da hier leider kein positiver Bescheid in Sachen Fotografieren vorlag, konnte ich auch keine Eindrücke dieser Band sammeln.

Also kommen wir direkt zum Hauptprotagonisten des Abends: Billy Idol! Für mich persönlich ein ganz besonderes Konzert: die erste Musik-Kassette, die ich vor meinen Eltern verstecken musste, das erste Konzert, wegen dem ich meine Mutter angelogen hatte, um gehen zu können, das erste selbst gekaufte Tour-Shirt… alles Billy Idol und begonnen hatte die ganze Geschichte in den 80er Jahren. Wenn mir dann also jemand sagt, ich dürfte das Konzert dieses Künstlers fotografieren und besuchen, ist das eine ausserordentlich gute Nachricht.

Kurz nach 21 Uhr wurde es dunkel im Hallenstadion und ich wurde da erst richtig nervös, denn hier musste ich einfach gute Bilder machen. Das will ich immer, aber bei manchen Künstlern ist man einfach zusätzlich aufgeregt. Doch lange Zeit hatte ich nicht, um nervös zu sein, mit Shock to the System und Dancing with Myself eröffnete der Brite das Konzert. Zwei Lieder, die ich noch im Schlaf mitsingen könnte und somit ganz meine Wohlfühlzone.

Nach drei Liedern heisst es für die Fotografen in der Regel raus aus dem Graben, so auch hier. Im Hallenstadion heisst das auch die Kamera draussen abgeben, danach darf man mit einem (Presse-)Ticket wieder rein. Daher verpasste ich einen kleinen Teil des Auftrittes, leider. Aber meine Lieblingssongs verpasste ich nicht. Ganz besonders freute mich, dass es Catch my Fall auf die Setliste in Zürich geschafft hatte. BILLY IDOL gehört übrigens zu den Künstlern, der nicht an jedem Konzert die selben Lieder spielt, sondern variiert.

Aber nicht nur die Hits der 80er wurden zum Besten gegeben, auch Lieder von den letzten beiden Studio Alben fanden Gehör. Allerdings feierte das Publikum die Songs der frühen Jahre eindeutig am meisten und waren hier auch am textsichersten. 

Der langjährige Gitarrist Steve Stevens unterhielt die Anwesenden mit diversen Soloeinlagen, und da wir thematisch ja auch mehrheitlich in den 80er waren passte die Titelmelodie von Top Gun hier wie Faust aufs Auge.

Selbstverständlich waren die beiden nicht alleine auf der Bühne, sondern mit internationaler Unterstützung: Stephen McGrath am Bass, Billy Morrison an der Gitarre, Erik Eldenius am Schlagzeug und Paul Trudeau an Keyboard und Gitarre. Für die Zugabe nahm dann auch Billy Idol die Gitarre zur Hand und brachte die Halle noch einmal zum Toben.

Ich bin restlos begeistert, auch wenn ich die neuen Alben durchaus schätze, sind die Ersten eben auch diejenigen, die mich am längsten begleiten. Man könnte die Tour auch eine Best-of-Tour nennen. Die Hauptperson des Abends machte eine gute Figur wie eh und je und liess die Jahre dazwischen für mich verschwinden, als wäre es gestern gewesen, dass ich ihn das erste Mal live erleben durfte. Wer BILLY IDOL mag, kam definitiv auf seine Kosten und wurde keineswegs enttäuscht.