ELU and Friends Part 7

Schon zum siebten Mal geht das ELU & FRIENDS über die Bühne. Bisher durften wir immer wieder grossartige Bands wie FINNTROLL, KORPIKLAANI, POWERWOLF, EPICA, SODOM oder VARG bestaunen, um nur einige zu nennen.
In diesem Jahr fand das Fest sogar zweimal statt. Anfangs Januar gab es zwei Tage im Z7 und jetzt Ende Dezember. So gehört es sich aber auch, der perfekte Jahresabschluss.
Mit DREAMSHADE, HAGGARD, EQUILIBRIUM und DARK TRANQUILLITY stehen vier starke Bands im Vorprogramm. Spektakel wird garantiert sein.
Leider musste mein Chef kurzfristig absagen. Somit hatte ich einmal mehr doppelte Arbeit. Eigentlich kein Problem, nur hoffte ich dass er den Bericht über ELUVEITIE schreibt, da ich mit ELUVEITIE nicht viel anfangen kann. Ich versuche, es trotz allem neutral zu halten.
Mein grosses Highlight an diesem Abend waren sicherlich DARK TRANQUILLITY aus Schweden.
Lest in den nachfolgenden Zeilen wie der Abend verlief.


DREAMSHADE:
In der Halle 622 angekommen, fiel zunächst die verkleinerte Halle auf.
Die Bühne war nach vorne verlegt worden. Dann werden wohl nicht all zu viele erwartet.
Schweifen wir jetzt über zum Wesentlichen.
Mit den Luganesi von DREAMSHADE hiess es „Support Your Local Act“.
Sie bezeichnen ihre Stilrichtung als Melodic Metal. Für mich ist es einfach gesagt Metalcore.
Vor etwa zwei Jahren sah ich die Tessiner im Z7 und dort waren sie sehr überzeugend.
Leider war das Gezeigte nicht mehr so überzeugend. Solide allemal. Es war viel Bewegung im Spiel. Allen voran Sänger Kevin Cali, der die Bühne souverän ausnutzte.
Vielleicht lag es auch an der schwächelnden Soundqualität, warum dies nicht so überzeugend war.
Allerdings kann man das grosse Potential sehen, das die Herren mitbringen. Ein guter Start in das Festival.


HAGGARD:
Jetzt wurde es sehr speziell. HAGGARD kann man einfach nicht kategorisieren.
Schon alleine weil ein Orchester dabei ist. Dann gab es noch Clean Gesang, Growling, Tenor und Sopran Gesang.
Schon ein Blick in die Zuschauer genügte um zu erkennen, dass einige nicht genau wussten, was sie damit anfangen sollten.
HAGGARD ist eine sehr anspruchsvolle Band mit mittelalterlichen Klängen und dreifachem Gesang. Zuschauer, die HAGGARD nicht kennen, waren wohl sehr überrascht als Sänger Asis Nasseri plötzlich seine tiefen Growls auspackte.
Das der Grad zwischen Genie und Wahnsinn sehr schmal ist wissen eigentlich alle und HAGGARD marschiert auf dem Grad ohne zu schwanken.
Sänger Asis und Gitarrist Claudio, riskierten noch einen kleinen Ausflug hinunter zum Pöbel.
Als Asis wieder auf der Bühne stand, redete er den Erwachsenen, die in Begleitung mit kleinen Kindern waren, deren Ohren regelkonform zu schützen.
Ich bin total seiner Meinung. Habe viele Eltern gesehen mit schätzungsweise dreijährigen Kindern, deren Ohren praktisch nicht geschützt waren. Ich finde dies total unverantwortlich.
Nach einer Stunde war dann der starke Auftritt von HAGGARD zu Ende.


EQUILIBRIUM:
Erst vor kurzem sah ich einen Drittel dieser Besetzung im Z7.
Da hätte man Sänger Robse als Ersatzmann bei KALMAH und Gitarrist Dominik mit seiner zweiten Band NOTHGARD. Nun standen sie vereint auf der Bühne.
Zwei kahlrasierte Bäume standen als Dekoration auf der Bühne. Dies passte auch super zur Jahreszeit.
Man konnte erahnen, dass sehr viele vom Publikum auf EQUILIBRIUM hingefiebert haben. Es wurde zum ersten Mal richtig laut in der Halle 622. Der Bekanntheitsgrad der Bands steigt auch allmählich.
EQUILIBRIUM war auch die einzige Band des Abends, die noch Rauchsäulen verwendete.
Obwohl ich EQUILIBRIUM noch nie live sah, kam mir alles sehr bekannt vor. Na gut Robse hatte etwa die gleiche Energie drauf wie mit KALMAH. Allerdings muss ich sagen, dass ich nich sonderlich begeistert war. Es war zu vorhersehbar, zu statisch.
Schlecht war es sicherlich nicht, ich habe nur ein bisschen mehr erwartet.


DARK TRANQUILLITY:
Mit den Melodic Death Metallern aus Schweden, stand der Höhepunkt des Abends an, auf jeden Fall für mich.
Es wurde dunkel und das Intro ertönte. Die Stimmung fand hier wohl ihren Höhepunkt. Das Licht strahle in den schwedischen Nationalfarben. Das sah geil aus, war allerdings mühsam um zu fotografieren.
Die Herren rund um Frontsänger Mikael Stranne präsentierten sich in absoluter Topform. Sie wollten wohl der Masse kurz vor Neujahr nochmals ordentlich einheizen. Dies gelang prächtig. Kein Wunder, da uns die Schweden einen geilen Song nach den andern um die Ohren schmetterten, wie z.B. „The Treason Wall“, „Forward Momentum“ oder „Atoma“.
Für den Nackenbereich wurde das ganze ziemlich anstrengend. Ein Glück war es auch, dass bei DARK TRANQUILLITY die Soundqualität keine Schwächen zeigte im Vergleich zu vorher.
Nach einer guten Stunde und mit dem Song „Misery’s Crown“, endete mein Highlight und mit Abstand die beste Band des Abends verabschiedete sich.
Für mich definitiv der Headliner diesen Abends.


ELUVEITIE:
Jetzt wurde es schwer für mich. Um einen Shitstorm zu vermeiden, probiere ich so neutral wie möglich zu sein.
Meine Freunde, sowie mein Chefredaktor wussten ganz genau, was ich von den Schweizer Folk Metal Helden halte. Mit den Abgängen von Anna Murphy, Ivo Henzi und Merlin Sutter sind meiner Meinung nach die besten weg. Obwohl ELUVEITIE sehr erfolgreich im In- und Ausland sind, finde sie live sehr durchschaubar. Auch mit neuer Besetzung sah dies nicht anders aus.
Ich nützte natürlich die Gelegenheit und nahm meine Kollegen von metalinside ein bisschen auf den Arm, da diese überzeugte ELUVEITIE-Fans sind.
Aber um ehrlich zu bleiben war ich ein wenig überrascht über den soliden Auftritt. Auch die Neumitglieder Fabienne Erni, Jonas Wolf, Nicole Ansperger, Michalina Malisz und Alain Ackermann waren sehr überzeugend.
Falls ihr einen ausführlicheren Bericht über ELUVEITIE haben wollt, kann ich euch dann gerne den Bericht von metalinside empfehlen. (Anm. der Red. dieser ist aktuell ncoh nciht online…)


Fazit
Ein konzertreiches Jahr ging somit zu Ende.
Da hiess es Wunden lecken und erholen, damit ich im Jahr 2018 erneut voll angreifen kann.
Ein grosser Dank geht an den Veranstalter act entertainment für die tolle Pressebetreuung. Es hat erneut sehr viel Spass gemacht.
Allein die Soundqualität vermochte für einmal in der Halle 622 nicht zu überzeugen.
Ansonsten ein gelungener Konzertabend mit guten Freunden und viel Bier.

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