FOO FIGHTERS rocken Stade De Suisse

Das gab es noch nie – ausser ein anderes Mal in Bern – dass ich minutengenau auf den Start des Headliners ins Stadion einlief.

Damals war es ein Konzert von MOTÖRHEAD in der Festhalle Bern, es schneite wie irre, die Autobahnen waren zu und ich kam gerade noch rechtzeitig, bevor mein persönlicher Headliner SAXON spielten. LEMMY konnte ich dann schon wieder in Ruhe geniessen.

Und heute? Stau hier, Stau da, Unfall bei Schönbühl – und an all die Besserwisser – ja. man kann auch mit ÖV nach Bern. Dumm dabei ist, dass man/ich danach nicht mehr nachhause aufs Dorf kommt…

Wie auch immer, gerade soliert DAVE GROHL, der schon seit dem ersten Track abgeht wie Zäpfchen. Den Abend hat er mit „Run“ begonnen, „All My Life“ hat er nachgeschoben und mit „Learn To Fly“ gleich die erste Duftmarke gesetzt – FOO FIGHTERS are in the house!

Ohne Zweifel sind die anderen Jungs der Band ausgezeichn ete Musiker, tragen ihr Teil zum Gelingen bei – neben Mastermind Grohl verkommen sie heute Abend beinahe zur Staffage. Nur beinahe, denn aktuell legt gerade Drummer Taylor Hawkins das Wankdorf mit einem Drumsolo, das er von seinem Liftpodest – noch einmal geschätzte fünf Meter über der Bühne – ins Publikum brettert.

Grohl likes the work he does – „for you motherfuckers and assholes!“ Er ist etwas enttäuscht, als geschätzte zwei Drittel die Hände recken, als er fragt, wer noch nie bei einem FF-Konzert gewesen wäre. Und gleichzeitig erklärt er, dass sie solange spielen werden, wie sie können. Das ist dann exakt bis 22:30 Uhr, dann gilt nämlich im beschaulichen Bern die Nachtruhe. Wer hat das verschlafene Teil eigentlich zu unserer Hauptstadt gemacht?

„My Hero“ singt er eindrücklich, engagiert mit kratziger Rockstarröhre und das Publikum hilft ihm dabei. Man mag über Dave Grohl und die FOO FIGHTERS denken, was man will. Sie mögen einem gefallen oder nicht – Fakt ist, sie sind eine der letzten grossen Stadion-Rock-Bands!

Und das war es fürs Erste. Ihr glaubt doch nicht, dass ich jetzt hier bis zum Ende sitze und schreibe? Jetzt gibt es noch einige Bilderlein vom Chef und dann geniesse ich den Rest des Abends. Jetzt legt nämlich gerade Stromruder-Meister Chris Shiflett eines seiner geilen Soli hin – Tschüss!

Lineup

Gesang, Rhythmusgitarre, Keyboard
Dave Grohl
Rhythmusgitarre, Leadgitarre, Gesang
Pat Smear (bis 1997, seit 2010, live und session: 2005–2010)
E-Bass
Nate Mendel
Schlagzeug, Percussion, Gesang
Taylor Hawkins (seit 1997)
Leadgitarre, Gesang
Chris Shiflett (seit 1999)
Keyboard
Rami Jaffee (seit 2017, live und session: 2005–2017)