Gitarren Götter in Zürich

Im Rahmen der G3 Tour beehrten Uli Jon Roth, John Petrucci und Joe Satriani die Limmatstadt.

Text und Bilder: Claudia Chiodi

Der Wochenteiler der zweiten April Woche stand bei mir im Zeichen der Saiten, drei der besten und innovativsten Rock Gitarristen unserer Zeit beehrten das Volkshaus in Zürich. Um den Fähigkeiten der einzelnen Protagonisten gerecht werden zu können und auf die Feinheiten ihres Spiels einzugehen, müsste man deutlich mehr vom Gitarrenspielen verstehen, als ich das tue. Von daher versuche ich dies erst gar nicht und beschränke mich auf die Wirkung respektive Atmosphäre, welche sie erschaffen haben.


Uli Jon Roth


Der deutsche Gitarrist machte den Auftakt mit Sky Overture und begeisterte die Zuschauer im Anschluss mit Songs von den Scorpions aus den 70ern. Mit Air de Aranjuez kam das Publikum auch in den Genuss einer Interpretation des Gitarrenkonzertes von Joaquín Rodrigo aus dem Jahre 1939, für mich ein absoluter Gänsehautmoment.Dieses erste Set zeichnet sich vor allem durch die teilweise fast meditativ wirkende Spielweise, New Age Einflüsse und ätherischen Klänge aus.

Band: Niklas Turmann (Gitarre, Vocals), David Klosinski (Gitarre), Nico Deppisch (Bass), Corvin Bahn (Keyboard), Michael Ehré (Drums)


John Petrucci


Der Gitarrist der Progressiv Metal Band Dream Theater kam naturgemäss um einiges wuchtiger und erdiger daher als sein Vorgänger, auch wenn er keine Songs eben dieser Band spielte. Er eröffnete sein Set mit Wrath of the Amazon, auch bekannt als Wonder Woman Theme von Rupert Gregson-Williams. Ein gelungener und eindrücklicher Einstieg! Mit Stücken aus Soloprojekten von Petrucci ging es weiter, inklusive eines herausragenden Basssolos von Dave LaRue.

Band: Dave LaRue (Bass), Mike Mangini (Drums)


Joe Satriani


Während seine beiden Kollegen eher introvertiert und ganz auf die Musik konzentriert wirkten, war Satriani unbestritten der Showman des Abends. Er wusste genau mit welchen Effekten er das Publikum zu Begeisterungsstürmen hinreissen konnte und tat dies auch immer wieder gerne. Sein mitreissendes Set bestand aus eigenen Stücken, fünf davon von seinem im Januar erschienen 16.(!) Studioalbum. Wenn dieser Künstler sich in den Schatten zurückzieht und das Rampenlicht an der Bühnenkante seinem hervorragenden Flügelmann Mike Keneally verdientermassen überlässt, wird Super Funky Badass gespielt. Absolut herausragend, und zum Schluss dieses Stückes gibt es noch ein Gitarrensolo-Doppel mit synchronen Handwechseln, die beiden Musiker spornen sich gegenseitig an und scheinen sich in Ekstase zu spielen. Ich bin hin und weg!

Band: Mike Keneally (Gitarre, Keyboard), Bryan Beller (Bass), Joe Travers (Drums)


G3 Jam


Zum Abschluss gibt es noch ein Highlight, eine gemeinsame Jam Session der drei Gitarrenhelden, am Mikrofon unterstützt durch Niklas Turmann. Und weil drei die Zahl des Abends ist, gibt es hier drei Coversongs, jeweils einen von Deep Purple, Bob Dylan und Led Zeppelin, auf die Ohren.


Fazit:

Ein absolut unvergessliches Erlebnis, für Fans von E-Gitarren live ein Muss. Drei so unterschiedliche Stile und Auftritte, die sich ergänzen und ein jeder Musiker ein Meister seines Faches. Hier tritt auch sehr deutlich die Liebe der einzelnen Künstler zur Musik und zum Instrument hervor. Sie zeigen nicht nur ihre eigenen Fähigkeiten, sondern auch die unfassbare Wandelbarkeit und Vielseitigkeit ihrer Instrumente.
Vielen Dank an AllBlues Konzerte und das Team vom Volkshaus Zürich, dass ich das erleben durfte. Auch an die Pressekollegen, ein wenig fachsimpeln gehört auch dazu, schön dass man sich zu diesem Anlass gesehen und/oder kennengelernt hat.

Ein letzter Dank geht an meinen Chef, der kurzfristig irgend so eine amerikanische Metal Combo in Genf fotografieren „musste“ und mir deswegen diesen Traumjob überlassen hat. 😉


Online

www.allblues.ch

http://www.satriani.com/

http://www.ulijonroth.com/

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