GREENFIELD – die meiste Katze ist aus dem Sack

„Die meiste Katze“? Was soll denn das bedeuten?

Zum Beispiel, dass mir das gerade so in den Sinn gekommen ist, weil halt der grösste Teil des GREENFIELD-Lineups für Sommer 2018 bekannt ist. Die Katze ist also aus dem Sack, aber halt nur das Meiste davon – logischerweise „die meiste Katze“.

Und eins darf gesagt sein, auch bevor man die letzten Bands und den letzten Headliner kennt: GREENFIELD 2018 wird eine Reise wert sein.

Hier unten folgt schon einmal das aktuelle „meiste Bandprogramm“ sowie ab und an ein Kommentärchen meinerseits.


VOLBEAT
Die allseits beliebten Dänen sind die wohl mitreissendste Metalband der Stunde. Heavy Metal à la VOLBEAT lässt nicht nur Headbanger aufschreien, sondern seit über 15 Jahren auch die Herzen aller Rock’n’Roller, Punks, Country- und Blues-Fans höher schlagen.

Also ich mag die Jungs ja, auch wenn ich sie als die „härteste Partyband der Welt“ bezeichne. Das ist lieb und als Kompliment gemeint. Die Jungs sind zwar etwas mainstreamig, wie man Stimmung macht und eine Crowd in Grund und Boden reitet, wissen sie aber ebensogut.


LIMP BIZKIT
Der Rummel war gross, als LIMP BIZKIT vor 6 Jahren ihre „Gold Cobra“ frei liessen. Es war das erste Album nach acht Jahren Bandpause. LIMP BIZKIT mögen zwar schon um die 50 Millionen Alben verkauft haben, doch schreiben sie weiterhin an neuer Musik. Vielleicht hören wir am Greenfield Festival 2018 schon neue Stücke vom lang erwarteten Album „Stampede of the Disco Elephants“. Die Party wird so oder so steigen, lauter und intensiver denn je!

Ganz gut, die Nu Metaller, bekannt für ordentlich Party und ein ziemlich würdiger Headliner.


RISE AGAINST
Das weltpolitische Klima hat sich zugespitzt, allen voran in den Vereinigten Staaten. In den vergangenen 18 Jahren haben sich RISE AGAINST stets an ihren moralischen Kompass gehalten und die internationale Punk-Gemeinschaft als Sprachrohr genutzt für soziale Gerechtigkeit. Der Kampf ist noch längst nicht vorbei und sie sitzen ihn ganz bestimmt nicht aus.

Die Jungs haben letztens in der Halle 622 ganz schön abgefeiert – und das können sie auch auf grossen Festivalbühnen – wetten?

THE OFFSPRING
Seit mehr als 30 Jahren im Musikgeschäft, 9 Studio-Alben und weit über 1’000 gespielte Shows: THE OFFSPRING! Mit Meilensteinen wie „Americana“ und „Smash“ trafen Dexter Holland & Co. den Nerv der Zeit, Songs wie „Self Esteem“, „Want You Bad“ oder „Pretty Fly (for a White Guy)“ festigen sich bis heute in jedem Ohr eines Punk Rockers. THE OFFSPRING bringen alle Gassenhauer der Bandgeschichte mit nach Interlaken.

Die Truppe hat bestimmt eines der geilsten Logosse, kann man sich merken, kommt gut rüber und im Gegensatz zu gewissen Blackmetalbands kann man das Ganze auch auf den ersten Blick erkennen. Ansonsten; Kultpunk halt.

BROILERS
Hätten die BROILERS vor 25 Jahren gedacht, dass sie einmal zu einer der grössten Rockbands Deutschlands heranwachsen würden? Auf ihren neusten Werken haben die BROILERS vermehrt Rock im Grossformat intergriert, doch was sich über die Jahre nie geändert hat, ist die Message. Ihr neustes Album (sic!) spricht sich klar gegen Rassismus, Faschismus und Nationalismus aus. Es gibt Zeiten, in denen klare Ansagen wichtiger sind als Liebeslieder. Diese Zeit ist jetzt.

Nackte Hühner mochte ich schon immer – auch vom Grill. Und dass die Berliner immer gut für eine geile Rockshow sind, weiss man nicht erst seit gestern.

BULLET FOR MY VALENTINE
BULLET FOR MY VALENTINE arbeiten tatsächlich schon am sechsten Studioalbum. Nichts können die Waliser besser als temporeiche Metalsongs zu schreiben, immer getragen von der gewaltigen Stimme von Sänger Matthew Tuck und himmlischen Gitarrenmelodien, die direkt ins Herz schiessen. Die Physiotherapie gegen die Nackenstarre nach dem Festival können alle Metalfans schon jetzt vorreservieren.

Metalcorere erster Güte – Punkt.

THE HIVES
Es sind zwanzig Jahre vergangen seitdem die schmissigen, gefährlichen Schweden THE HIVES ihr Debüt-Album „Barely Legal“ auf die Welt losgelassen haben Welche Berge werden sie noch erklimmen, welche Länder noch erobern? Werden wir je wieder von ihnen hören? Die Antwort lautet ja. Die Berge: Eiger, Mönch, Jungfrau.

Wenn die Jungs nicht überbewertet werden, weiss ich nicht. Zweimal live gesehen – einmal schon am Greenfield – und beide Male nicht wirklich begeistert. Überbewertet – sag ich doch!

ARCH ENEMY
Heavy Metal gibt es nun schon über vier Jahrzehnte lang und nur wenige Bands verkörpern die Intensität, Integrität und gehobenen artistischen Ansprüche souveräner als ARCH ENEMY. „Will to Power“ ist bereits das zweite Album der Band mit der neuen Sängerin Alissa White-Gluz.

Wenn es dieses Mal nicht mit einem F2F-Interview klappt, geh ich nie mehr an ein Konzert von denen. Oder vielleicht doch nicht? Oder doch? Quatsch – zu Alissa gehe ich immer wieder – die ist immer so schön blau! I Love It!

EISBRECHER
EISBRECHER sind mittlerweile eine Institution in der Szene, die schwarze Töne, harte Riffs, jede Menge Melodien und verführerische Elektronik mag. Mit ihrem neuen Album an Bord ist das Schlachtschiff EISBRECHER von nichts und niemandem aufzuhalten und segelt jederzeit hart am Wind Richtung Triumph!

Klar, Alex ist ein grosser Showmann, beim Autoverkaufen oder beim Pissen im VIP-Container. Gute Party auf der Bühne, und der Sound ist allemal besser als beim Grafen…

ALEXISONFIRE
ALEXISONFIRE sind eine Band der Extreme: Ihre Musik, die die Kanadier selbst als den Klang zweier katholischer High-School Mädchen inmitten eines Messerkampfes beschreiben, hat vor über zehn Jahren alles auf den Kopf gestellt. Vier Alben und ein riesiges Momentum hatten ALEXISONFIRE hinterlassen, als sie sich 2012 auflösten. Nun sehen wir sie endlich zum ersten Mal am Greenfield Festival!

Metalcore erster Güte – Punkt. und endlich wieder auf der Bühne – zweiter Punkt!

KORPIKLAANI
KORPIKLAANI, der Klan des Waldes, entsprang den dunklen Wäldern Finnlands vor 15 Jahren. Die Band aus Lahti stammt nicht etwa aus Metal-Kreisen und hat dann Folk-Elemente hinzugefügt, sondern waren die Musiker schon zuvor unter dem Namen Shaman unterwegs. Nebst der Mythologie tragen auch das Feiern und eine Menge Bier zum Konzept von KORPIKLAANI bei, überzeugt euch live davon!

Sorry, die hätte man sich jetzt definitiv schenken können. Kein richtiger Folkmetal mehr, keine richtige umpta-umpta-Partykapelle – Jungs, geht wieder in den Wald!

ASKING ALEXANDRIA
Danny Worsnop ist nach zweijähriger Absenz zurück als Sänger von ASKING ALEXANDRIA. Die erste Single nach der Rückkehr heisst „Into The Fire“ und ist mindestens so heiss, wie es der Name verspricht! Sie tragen den Spirit der 80er-Jahre Rockbands ins neue Jahrtausend und verpassen ihm einen epochalen, harten Anstrich mit elektronischen Einflüssen.

Geiler, fetter Rock, der dir die Gedärme auswringt und dich dabei abfeiern lässt – ein Muss!

BRIAN FALLON & THE HOWLING WEATHER
Brian Fallon kann nicht stillsitzen. Kurz nach ihrem Auftritt am Greenfield Festival 2015 hatten THE GASLIGHT ANTHEM eine Pause auf unbestimmte Zeit angekündigt. Deren Sänger jedoch nutzte die Zeit ausgiebig und veröffentlichte er bereits im Jahr darauf sein erstes Solo-Album „Painkillers“ und nun den Nachfolger „Sleepwalkers“.

Den kenn ich als Soloprojekt ja noch gar nicht – endlich mal was wirklich Neues am Greenfield – für mich wenigstens…

ZEAL & ARDOR
Das Musikprojekt von und um Manuel Gagneux schlägt bereits mit dem Debütalbum „Devil Is Fine“ hohe Wellen. Ein unvergleichliches, experimentelles Soundspektrum zwischen Black Metal und Avant-Garde trumpft auf mit einer reichen spirituellen Note, wandelnd vom Blues hin zum Soul. Den Tanz mit dem Teufel haben ZEAL & ARDOR nicht bloss im Griff, sondern im Blut.

Definitiv nicht meine Baustelle – aber wem es gefällt…

OOMPH!
Eckstein, Eckstein, alles muss versteckt sein… OOMPH! sind Pioniere, Visionäre, Künstler. Ihre Alben stürmen regelmässig die vorderen Plätze der Charts, ihre Single „Augen Auf!“ sicherte sich sogar den ersten Platz. OOMPH! haben sich weder von Kritikern noch von Kontroversen beirren lassen. Davon zeugt auch ihr neues Album, das passend zum 25. Jubiläum „XXV“ heisst.

OOMPH!

TALCO
TALCO gehören zu Italien wie die Pizza, Spaghetti und die Gondoliere Venedigs. Die Ska-Punk-Band erfreut uns mit extrem tanzbaren Songs, die von den Bläsern vorangetrieben und vom Gesang in die Höhe geschaukelt werden. TALCOs Ska-Punk-Hymnen politisieren, polarisieren und halten das Gemüt bei Laune.

Kann man sich antun, muss man aber nicht.

STICK TO YOUR GUNS
Fleissige Arbeiterbienen gibt es im Hardcore-Zirkus allerhand, doch STICK TO YOUR GUNS stimmen ihre Königin mehr als fröhlich. Das kürzlich erschienene „True View“ ist das sechste Album in zwölf Jahren. STICK TO YOUR GUNS setzen seit Beginn weg ein Zeichen gegen Homophobie und Faschismus. Im Kampf für eine bessere Welt werden sie begleitet von PMA und dem Rückhalt Tausender junger Musikfans.

Hardcore ist nicht meine Hauptbaustelle – aber die Jungs können es definitiv.

BURY TOMORROW
Es ist wirklich kein Geheimnis, dass BURY TOMORROW das Greenfield Festival lieben. Der Melodic MeTALCOre der fünf Jungs hat über das letzte Jahrzehnt, beginnend bei „Portraits“ hin zu Album Nummer vier, „Earthbound“, einen gewaltigen Feinschliff erhalten, der BURY TOMORROW keineswegs sanfter klingen lässt, jedoch umso wuchtiger und bestimmter.

Ich konnte die Jungs 2014 interviewen, als sie noch nciht so ganz bekannt waren – sehr sympathisch und musikalisch ein Genuss!

STRAY FROM THE PATH
Auf ihrem sechsten Album „Only Death Is Real“ beobachten STRAY FROM THE PATH das Spielfeld und liefern eine Sammlung voller blutiger Schlachtpläne ab, das mit der Energie des Hardcores, dem Feuer des Metal und der Poesie des Hip Hops geschrieben ist.

MOOSE BLOOD
MOOSE BLOOD hauchen dem Emo neues Leben ein. Die Band aus Canterbury, England hat seit 2014 bereits zwei Alben veröffentlicht und Album Nummer 3 folgt sogleich. Die Musik klingt ungezwungen, catchy und frisch von der Leber weg gespielt. Der bekannte Herzschmerz bleibt den vier Jungs leider nicht erspart, doch im Sommer scheint die Sonne bekanntlich noch immer am längsten.

Einfach guter Rock ohne Sperenzchen.

CULTURA ABUSE
Noch keine fünf Jahre haben CULTURA ABUSE auf dem Buckel. 2016 haben sie ihr Debutalbum,„Peach“ veröffentlicht. „Peach“ ist ein äusserst vielseitiges Album, dem die US-Amerikaner voll den Garage Punk Stempel aufdrücken, zeitweise Keyboards reinschmeissen und natürlich dürfen die obligatorischen Streicher-Einlagen bei ihrer verzerrten Attacke nicht fehlen.

Einfach guter Rock ohne Sperenzchen.

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