GREENFIELD Nachlese – CALLEJON – Interview mit Gitarrist Bernhard

Da ich mein erstes Interview schon hinter mir hatte, könnte man meinen, dass die Nervosität nicht mehr so stark sei.
lars@metalnews |Falsch gedacht!!! Warum ist das so? CALLEJON ist meine absolute Lieblingsband. Darum ist auch die Nervosität noch so gross.
Endlich kriege ich die Gelegenheit, eines meiner Idole zu treffen.
Seit sechs Jahren verfolge ich die Truppe rund um Frontsänger Basti auf Schritt und Tritt. Umso besser, dass ich einen der Truppe befragen kann, nämlich Gitarrist Bernhard.
Das Hauptthema ist natürlich ihre kommende neue Scheibe „Fandigo“, die am 28.07.2017 erscheinen wird.
Umso besser, dass ich den neuen Silberling bereits habe und reinhören konnte, bevor das Interview stattfand.
Nachdem ich etwa 8 der 14 Songs von der Scheibe zu hören bekam, war die erste Frage klar. Das neue Album hört sich komplett anders an, als man es gewohnt ist. Warum?
Bernhard sagt dazu: „Dies ist allerdings so. Da die letzte Scheibe „Wir sind Angst“ ziemlich eine der härtesten war, die wir rausbrachten, wären wir nicht glücklich geworden mit einer ähnlichen Scheibe. Im Song „Kind im Nebel“ von der Scheibe „Blitzkreuz“ (Anm. des Journalisten: Dies ist mein absoluter Lieblingssong) wird von der „Sehnsucht, das zu sein was man nicht ist“ gesprochen. Diese wurde mit dem Album „Fandigo gestillt.“
Für mich hört es sich an wie ein Balladen Album, da man praktisch keine Screams hört, sondern nur Clean Gesang.
„Es ist kein Album bestehend nur aus Balladen. Es sind durchaus Balladen vorhanden, aber nicht nur. Was es allerdings ist, es ist ein sehr emotionales Album. Wir sind glücklich damit. Auch wenn die Fans vielleicht glücklich geworden wären mit einem Album im Stile von „Wir sind Angst“, wir wären das sicher nicht.
Mit dem Album „Wir sind Angst“, haben wir auch alles gesagt, was gegen die AfD oder PEGIDA geht. Daher wählten wir diesen ganz anderen, sehr emotionalen Weg.“
Mir persönlich gefällt das neue sehr gut, da Basti eine wunderbare Clean Stimme besitzt. An all jene, die das Album nicht mögen; behaltet euren Shitstorm für euch und akzeptiert die Entscheidung. Es muss euch nicht gefallen, aber akzeptieren könnt ihrs.
Wie Bernhard sagt: „Es ist wie mit dem neuen Album von SUICIDE SILENCE, das hohe Wellen schlug. Ich akzeptiere den Weg, den die Band eingeschlagen hat, aber gefallen tut’s mir nicht“.
Interview-Slots sind zeitlich begrenzt. Da also die Gespräche sehr schnell zu Ende sein können, beschäftigte mich noch eine Frage. Allerdings war es eher die Frage einer Kollegin. Es geht um die Inspiration zum Song „Erst wenn Disneyland brennt“.
Bernhard grinst und sagt dazu folgendes: „Disneyland steht dafür, dass vordergründig alles gut ist und im Hintergrund doch nicht alles so rosig ist. Im Klartext bedeutet dies, sobald das Scheinheilige brennt, kann es uns wieder gut gehen.“
Ich hoffe, ich habe alles so wiedergegeben, wie es im Gespräch war. Ansonsten gebt mir bitte ein bisschen Zeit, bis ich mehr Routine für Interviews entwickeln kann.
Ich möchte mich recht herzlich bedanken für die Möglichkeit, ein Interview zu führen. Ich war überglücklich. So glücklich war ich nicht einmal bei meiner Scheidung. Meine Kollegen haben mich den ganzen Tag noch ausgelacht, weil ich nicht mehr aufhören konnte zu grinsen.

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