Leo @ GREENFIELD – endlich online part four

Hiermit folgt der letzte Teil der Berichte unserer Leo zum Greenfield – IN EXTREMO, EQUILIBRIUM und MEGAHERZ

leo@metalnews (Bilder und Text) | Es gibt Bands, die funktionieren einfach überall. Und selbst wenn sie es nicht täten, wäre ihnen das schnurzpiepegal, stehen sie mit ihrer Musik und ihrer ganzen Präsenz einfach so über den Dingen, dass man gar nicht anders kann: Man muss sie lieben oder hassen. IN EXTREMO ist eine dieser Gruppen. Verehrt und angespien, das ist bei Micha „Das letzte Einhorn“ Rhein nicht nur ein doofer T-Shirt-Spruch, sondern tatsächlich Programm. Auf dem GREENFIELD Festival scheint man die Vorreiter des Mittelalterrocks zu lieben, denn zur Spielzeit der glorreichen Sieben sieht man den FOH vor lauter Menschen nicht mehr. Bei so viel Zuneigung hat IN EXTREMO natürlich auch ein Geschenk mitgebracht – nicht nur zur ‚Feuertaufe‘ zünden die Jungs ein wahres Feuerwerk an Pyro an. Michas Reibeisenstimme schallt derart laut über den Platz, dass sich mir auch nahe der kleinen Bühne auf der anderen Seite des Geländes bei DER Ballade der Rheinländer (‚Gaukler‘) sämtliche Haare aufstellen. Wenn IN EXTREMO aufspielt, haben die Zuschauer zu eskalieren. Ein Gesetz, welches auch die Festivalgänger vor Ort schnell verstanden haben, denn spätestens zum ‚Spielmannsfluch‘ wird geschrien, gesungen und ‚Es regnet Blut‘ skandiert. Ihr Publikum, das haben die Jungs seit jeher fest im Griff: Da verzeiht man ihnen auch solche Schnitzer wie dem Ballermann-Sauf-Song ‚Sternhagelvoll‘, den IN EXTREMO geflissentlich mit ordentlich Konfetti kaschiert, gerne einmal…

Bei aller Vielfalt und Mut zur Abwechslung: Harte Riffs und brachialer Metal, der kommt auf dem GREENFIELD Festival zwischen all den Punk-Bands und Core-Acts fast schon ein wenig zu kurz. Für einen willkommenen Austausch auf höchstem Niveau sorgen daher auf der Mönch Stage die Herren von EQUILIBRIUM. Ihr neues Oeuvre auf dem Banner und im musikalischen Gepäck, begrüßen die Pagan-Metaller um Mastermind Rene Berthiaume ihr wartendes Publikum mit „Armageddon“, dem wohl düstersten und ernstesten Album von EQUILIBRIUM. Tatsächlich wird zum ersten Mal an diesem Wochenende zu  Tracks wie ‚Prey‘ sowohl auf der Bühne wie davor das Haupthaar kreisen gelassen, das Crowd-Surfing eskaliert leider jedoch so stark, dass die Security die verbliebenen Fotografen aus Sicherheitsbedenken aus dem Graben schickt. Der Stimmung tut dies jedoch keinen Abbruch: Schließlich haben Sänger Robse und Co auch Lieder, denen man fast das Etikett „Gute-Laune-Metal“ anpinnen möchte, dabei: So hebt der ‚Waldschrein‘ den Anteil an wild tanzendem Publikum gleich auf ein Vielfaches, während es mit dem nachfolgenden ‚Blut im Auge‘ gleich wieder um einige Nuancen schneidender wird. Es gibt zwar nicht viele hartmetallische Auftritte an diesem Wochenende auf dem GREENFIELD – doch diejenigen, die da sind, die haben sich gewaschen.

Willkommen im Zombieland! Nein, es ist kein Deja-Vu-Erlebnis an diesem Tag auf der Mönch Stage. Denn der Auftritt von MEGAHERZ lässt den Puls der Zuschauer noch einmal ordentlich in die Höhe schnellen: In schwarz-weißen Farben mit martialischer Kriegsbemalung zieht die NDH-Band um Sänger Lex in die Schlacht, um das GREENFIELD Festival noch einmal ordentlich aufzumischen. So starten die Herrschaften dem dystopischen Bühnenbild entsprechend mit ‚Zombieland‘ ins Set. Das Publikum braucht Lex dabei gar nicht sonderlich lange anzuheizen, dass zahlreiche Fans an diesem Tag auf MEGAHERZ gewartet haben, ist spätestens beim Bandklassiker ‚Miststueck‘ nicht mehr von der Hand zu weisen: Den Refrain skandiert das Publikum derart euphorisch, dass sämtliche anderen Geräusche auf dem Gelände in dem Chor untergehen. Eine Wechselwirkung, denn ausgelassen ist es nicht nur vor der Bühne: Eingerahmt von seinen beiden Saitenhexern Chris Klinke und Chris Bystron ist Lex mit einer solchen Rasanz auf der Bühne unterwegs, dass einem der Mund offen stehen bleibt. Gut, Mega, MEGAHERZ!

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