MARILYN MANSON am 23.11.17 in der SAMSUNG HALL

Fliegende Mikrofone, ein MARILYN MANSON im Rollstuhl und ein Witz als Vorprogramm. Dies alles geschah am 23.11 in der Samsung Hall Zürich.

Eigentlich war das alles sehr spontan für mich. Ich hatte nicht mehr in Errinnerung, dass ich mich für dieses Event angemeldet habe. Am gleichen Tag wäre noch NAZARETH gewesen. Da hiess es, entweder auf Nummer sicher sein und NAZARETH beglotzen oder hoffen, dass Diva MANSON eine souveräne Show liefert.
Schlussendlich liess ich mich überraschen. Wenn man Erlebnisberichte von Freunden hört, dass man viermal dabei sein muss, um ein anständiges Konzert zusammen zu stellen, begeistert mich das nicht gerade.
Da kann man sich wohl oder übel nur überraschen lassen. Vor allem wie fit er ist.
Erst vor ein paar Wochen brach er sich das Bein an einem Konzert. Grund dafür war eine Requisite, die von oben auf ihn fiel.
Als ich den Namen DJ AMAZONIKA im Vorprogramm lass, dachte ich zuerst, dass es sich um einen Scherz handeln könnte.
Na, dann lassen wir uns überraschen.


DJ AMAZONIKA:


Obowohl der Scherz Monat April schon einige Zeit zurück liegt, wartet im Vorprogramm eine echte Lachnummer.
Ein DJ!!! Dazu spielte der noch Techno, Industrial und so. Gehts noch?
Schon einmal durfte ich etwas SeltsameS im Vorprogramm erleben. Damals war es ein Poet. Das sind solche sachen, die an einem Metal- wie Rockevent nichts zu suchen haben. Einfach ne Katastrophe. Zum Glück gibts ja die Bar mit reichlich Bier. Auch wenn das nicht reichen wird, das Dargebotene schön zu saufen. 


MARILYN MANSON:


Bevor es losging mit dem Hauptact, erreichte mein Grüppchen und mich der nächste Schock. Wir von der Presse erhielten Sitzplatztickets. Das ist eine Sache. Aber das schlimmste war wohl, dass wir keine Getränke mit hinein nehmen durften. Das heisst, dass wir während der ganzen Show auf dem Trockenen sassen. (Anm. der Red. – manchmal ist das gar nicht schlecht ;-))
Die Motivation sank. Na gut, nehmen wir die Bürde auf uns und unsere Plätze ein.
Die Bühne wurde noch von einem schwarzen Vorhang verdeckt. Bei den Stehplätzen war es voll. Pünktlich um 21:00 ertönte das Intro und die Menge schrie das erste Mal auf. Gefühlte 10 Minuten wurden verstrichen, bevor der Vorhang fällt.
Jetzt war es soweit. Man sah MANSON in einem Rollstuhl in der Mitte der Bühne.
Mit „Revelation12“ vom neuen Album „Heaven Upside Down“ konnte der Spass beginnen. MARILYN MANSON der gerne über den Schmerz singt, war der Schmerz ins Gesicht geschrieben und er stand ihm gut.
Bisher sah das Ganze sehr vielversprechend aus. Die Menge unten tobte von Anfang bis Schluss unermüdlich.

Mit dem zweiten Song „This is the New Shit“, wurde sehr früh einer seiner grossen Hits gespielt. Im gleichen Tempo ging’s weiter. Auf der Bühne standen immer zwei maskierte Pfleger, die MARILYN MANSON zur Hilfe eilen. Nach dem zweiten Song hielt es ihn nicht mehr im Stuhl und er wollte aufstehen. Die zwei Pfleger stützten ihn bis zum Mikrofon und gaben ihm eine provisorische Prothese. So könnte er auch fast als Pirat durchgehen.
Als wäre alles in Ordnung mit seinen Beinen, wurde der sehr souveräne Auftritt fortgeführt. Wer bis anhin auf fliegende Mikrofone oder auf Eskapaden wartete, wurde enttäuscht. Das Ganze war sehr professionell.

Allmählich kam allerdings der Zeitpunkt, wo er die Mikrofone hinschmiss. Am ganzen Konzert waren dies vier plus der Mikrofonständer. Ansonsten konnte man nix von Eskapaden sehen oder bemerken. Mit dem Song „Sweet Dreams“ gabs für mich Gänsehautmomente. Er lag auf einer Bahre mit Taschenlampe bewaffnet und mit dieser fuchtelte er wie ein Irrer umher. Der Song ist an und für sich geil, aber Live hat dieser noch die heftigere Wirkung.
Das Konzert neigte sich dem Ende zu. Er verliess die Bühne zum ersten Mal. Einige Zuschauer dachten wohl, dass er die Bühne nicht mehr betritt und verliessen den Saal. Falsch gedacht!!! Noch zwei Songs standen auf dem Programm. Einer davon – „Say10“ auch vom neuen Album – gefiel mir besonders. Vor allem wurden nochmals die Kraftreserven der Zuschauer angezapft und diese grölten fleissig mit. Mein lieber Redaktionschef kann sich einfach nicht vorstellen, was die Zuschauer an ihm finden. Wenn seine Live Konzerte immer so wären, verstehe ich ihn nicht. Ich war sehr begeistert von diesem Auftritt. Anscheinend muss sich MANSON zuerst ein Bein brechen um ein gutes Konzert zu geben. (Anm. des Redaktionschefs – Das Konzert schien wirklich ein Highlight zu sein – MANSON bleibt aus meiner Sicht trotzdem überbewertet…)


Fazit:


Ein grosser Dank geht an den Veranstalter der dies möglich machte. Es war ein grandioser Abend. Die einzigen, nennen wir das mal Missverständnisse, war wohl der Support Act der bei vielen nur Kopf schütteln verursachte, und dass wir bei den Sitzplätzen aus irgendwelchen Gründen keine Getränke mit hinein nehmen durften.
Das macht natürlich einen Sitzplatz sehr unattraktiv. Sehr schade. Ansonsten gibt es wirklich nichts zu bemängeln.

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