Sexismus? – THUNDERPUSSY – „Thunderpussy“

Ist es eigentlich Sexismus, wenn man(n) anzügliche Bemerkungen über eine Frauenband macht, die THUNDERPUSSY heisst, ihr erstes Album ebenso betitelt, auf der Bühne ziemlich lasziv agiert und ein Video raushaut, das den durchschnittlichen Hetero-Man nicht gerade runterkühlen lässt?

Text: Danny Frischknecht

All Female Heavy Indie Rock aus dem Nordwesten der USA zuhause bei Stardog Records


Die Band


THUNDERPUSSY wurden 2013 in Seattle aus der Taufe gehoben, und zwar von Sängerin Molly Sides. Weiter gehören zur Band Whitney Petty an der Gitarre, Leah Julius am Bass und Ruby Dunphy an den Drums.


Dass die Mädels aus Seattle stammen, wider spiegelt sich zeitweise in ihrem Sound – nicht gerade Grunge, Garage Rock passt da aber ganz schön. Einen ordentlichen Schub erhielt die Karriere der Mädels durch Mike McCready, der ihnen bei der Produktion ihres ersten Siebenzöllers behilflich war. McCready ist niemand Geringeres als Gitarrist bei PEARL JAM.
Mit dem vertrag bei Stardog Records im Vertrieb von Universal geht es jetzt weiter. Nach der ersten Single „Speed Queen“ folgt also das Album „Thunderpussy am 10.August dieses Jahres.


Das Album


Zwölf Tracks haben die Mädels auf die Scheibe gepresst, gute 50 Minuten Rock vom Feinsten. Da gibt es viel Blues, etwas Psycho und eine dicke Scheibe dreckigen, kantigen Rock. So liest sich die Tracklist:

1. Speed Queen
2. Badlands
3. Fever
4. Torpedo Love
5. Velvet Noose
6. Gentle Frame
7. Al In
8. The Cloud
9. Pick It Up
10. Utero Tango
11. Thunderpussy
12. Young & Pure


Reinhören


Fangen wir doch geich beim sanftesten Song an, irgendiwe weichgespült und fast poppig-balladig betritt „Torpedo Love“ die Bühne. Es ist bestimmt nicht der beste Track, mir zeigt er aber, was Sängerin Sides drauf hat. Sie kann zwar rotzig, durchaus aber auch sanft und eindringlich – schlicht eine schöne Stimme.

„Velvet Noose“ muss man sich schon deswegen genauer reinziehen, weil oben erwähnter Mike Mc Cready hier den Gitarren-Solopart beigesteuert hat. Schräg und absolut zur Nummer passend ist der Einsatz der Blues Harp in diesem Track, der auch aus den Siebzigern oder Achtzigern stammen könnte.

Ein Burner ersten Grades ist der Titeltrack. Molly Sides hätte auch gut neben die Wilsonschwestern auf die Bühne gepasst, um mit HEART-Fronterin Ann ein Duett oder zwei zu trällern. Zufall, dass die Truppe – wenn auch genau vierzig Jahre früher – ebenfalls aus Seattle stammt. „Barracuda“ noch einmal!

Im Gegensatz zu den THUNDERPUSSY-Videos kommt das geradezu harmlos rüber. Beispiel gefällig? Dann schaut euch das Video zu „Fever“ hier an.


Fazit


Was genau an THUNDERPUSSY so donnernd ist, sei wir für einmal dahingestellt. Jedenfalls liefert die Band mit ihrem Debut richtig fett ab, vereinigt dreckigen Garagenrock mit einer Prise Blues, Psycho und Indie, teilweise fast Pop.
Es wird spannend werden, die Mädels in der Schweiz live zu treffen. „Thunderpussy darf man sich ruhig einmal vorbestellen – die Mädels haben weit mehr zu bieten als „all female“.


Live


12.08. München, Backstage (Club)
14.08. Frankfurt, Nachtleben
03.09. Hamburg, Headcrash
13.09. Zürick, Komplex Klub


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