SHAMBOLIC SHRINKS – For The Wildness am 11.05.2018

Was gibt es von chaotischen Seelenklempnern auf die Ohren? Rock!

 

Text: Claudia Chiodi

Rock aus der Schweiz | ohne Label


Ein Familienmitglied machte mich letztes Jahr auf die Schweizer Rockband aufmerksam, aber bis auf „doch gefällt mir ganz gut“ und „sollte man sich durchaus auch mal live anhören“ hatte es irgendwie nie die entsprechende Gelegenheit gegeben. Shame on me! In der Zwischenzeit haben die Zürcher ihr zweites Album aufgenommen und erfolgreich auf den Markt gebracht (Charteinstieg auf Platz 19). Vor gut drei Wochen habe ich das Album zur Review erhalten und nun auch endlich Zeit gehabt dieser Scheibe die gebührende Aufmerksamkeit zu widmen, denn die ist unbedingt verdient.


Das Album

„For the Wildness“ liefert Rock in unterschiedlichen Variationen, mit Drive, aber auch balladesk. Griffige Hooklines ziehen sich durch das ganze Album, und machen echt Laune. Die Stimme von Sänger Simon ist hat einen gewissen Wiedererkennungswert, ohne zu markant zu sein für die verschiedenen Stileinflüsse. Sie meistert sowohl bei „After All“ den Country-Effekt, den Sprechgesang zu Beginn von „Get Away“ als auch die etwas härtere Gangart bei „Iron Pump“. Diese Einflüsse sind immer dosiert eingesetzt, so dass sie durchaus hörbar/erkennbar sind, den Tracks einen einzigartigen Sound verleihen, aber nie den Rock verdrängen.

Die Gitarren spielen eingängige Riffs, dürfen aber auch immer wieder mit Soloparts glänzen. Was ich hier ganz genial finde, dass den Klängen in diesen Soli Raum gegeben wird. Es geht nicht darum mit den Fähigkeiten der Saitenkünstler zu prahlen, sondern die Melodie und Klangfarbe sich entfalten zu lassen. Die Kunst und Magie liegt eben auch in der Einfachheit einer Tonfolge, mit den richtigen Mitteln in Szene gesetzt wie bei zum Beispiel bei „Breath Again“.

Immer dabei natürlich auch die Drums, die den Rhythmus angeben, auch hier immer wieder Variationen. Hier wird nichts einfach 08/15 runter gehämmert, sondern ist mit musikalischem Feingefühl arrangiert, ohne Druck zu verlieren.

Die Lyrics sind geradeaus und wirken aus dem Leben gegriffen, explizite Sprache wo angebracht und passend ohne zu übertreiben, Rock’n’Roll eben. 


Tipps:

Für die ein wenig härteren Rocker bietet sich „Iron Pump“ an, für Motivation in Frustrationsmomenten sollte man „Don’t Care“ eine Chance geben und mit „Breath Again“ liegt man eigentlich nie falsch.


Fazit:

Eine sehr abwechslungsreiche Scheibe, die auch bei mehrmaligem Anhören nicht langweilig wird und bei der ich immer wieder Neues entdecke. Der Rock punktet mit Nuancen, Gefühl und Atmosphäre, die übrigens durch eine ausgewogene Abmischung erst schön zur Geltung kommen. Für mich sind das 4.5/5 Punkten. Ein geiles Album, dass die Jungs hier ohne Label auf die Beine gestellt haben, Chapeau!

Übrigens sollen die Zürcher Oberländer live den Sound genauso gut rüberbringen und so richtig rocken. Ich konnte mir da noch kein Bild von machen, habe es aber bald vor, wer das auch will, hier sind die nächsten Termine:

23.06.2018 Open Air Berg-Birwinken 
29.06.2018 Albanifest Winterthur

https://www.facebook.com/shambolicshrinks/
https://www.shambolicshrinks.ch/


Tracklist:

1. After All
2. Breath Again
3. Don’t Care
4. For the Wildness
5. Get Away
6. Iron Pump
7. No End
8. The One To Blame
9. Our Way
10. Photo
11. Pull The Trigger
12. Something Real


Line-up:

Simon Kuhn (Leadvocals)
Lukas Egli (Guitar / Backvocals)
Mario Hasler (Bass / Backvocals)
Andreas Egli (Guitar)
Roman Brechbühl (Drums)