STAHLMANN – „Bastard“ am 16.06.2017

Hier kommt der Bastard! STAHLMANN macht mit dem neuen Album der Göttinger eine klare Ansage in Richtung Szene und holt die ganzen Großen des NDH auf den Boden der Tatsachen.

 

© leo@metalnews.ch

NDH aus Deutschland, zuhause bei AFM Records


„Willkommen in unserem siebten Jahr. Wer hätt’s gedacht, wir sind noch da“ Manchmal braucht es gar keine fremden Worte, um das neue Werk einer Band vorzustellen, bekommt STAHLMANN das doch sehr gut selbst hin. Aus dem verflixten siebten Jahr machen die Göttinger nämlich ihre Glückszahl: „Bastard“ entpuppt sich als das schillerndste Album von STAHLMANN. Das ist mitnichten eine platte Anspielung auf das silberne Markenzeichen der Band – vielmehr zeichnet sich der Neuling durch eine immense Vielfalt an Ausrichtungen und Spielarten aus. Schwer fällt es da, dem Kind einen Namen zu geben. Nach wie vor unüberhörbar im NDH verwurzelt, wagen Mart und seine Jungs nämlich den Balance-Akt zwischen Veränderung und Treue sich selbst gegenüber.

Denn nach dem bereits zitierten ‚Leitwolf‘ zieht STAHLMANN den Härtegrad der Platte ordentlich an, die bitterböse Nummer ‚Judas‘ scheppert und kracht über die volle Spielzeit hinweg und lässt die stoische NDH-Mentalität in brachialen Metal übergehen. Etwas melodischer, doch ebenso treibend und mitreißend der Song ‚Von Glut zu Asche‘, welcher in die gleiche Kerbe schlägt. Hochachtung ist diesem Song auch für das starke Gitarren-Solo zu zollen, hier beweist Gitarrist Frank Fingerfertigkeit auf ganz hohem Niveau.

Dass STAHLMANN allerdings auch ganz anders kann, zeigt die NDH-Band etwa in der Ballade ‚Nichts spricht wahre Liebe wirklich frei‘, in der Mart vor allem im Refrain gänsehauterzeugenden Ausdruck beweist. Bildgewaltig und trotz der obligatorischen Streicher fernab jeglichen Kitsches.

Härter, emotionaler – aber auch sinnlicher: Den Reigen der Superlative beendet STAHLMANN schließlich mit ‚Supernova‘. Ein Hauch Erotik gepaart mit Lässigkeit par excellence. Mit „Bastard“ präsentiert STAHLMANN ein Album, das sich deutlich von der aktuellen Ausrichtung der Szene abhebt und das Potential besitzt, die Göttinger zu den Vorreitern einer Trendwende im NDH zu machen.

Anspieltipps

Judas, Von Glut zu Asche, Schwarz und Weiß

Fazit

Wo andere Bands sich über Jahrzehnte hinweg an Klischees und Stereotypen ergötzen, leitet STAHLMANN die Wende ein – feinsinnige Texte mit raffinierten Melodien. „Bastard“ entpuppt sich als Neue Deutsche Härte für Genießer.

Prädikat: Die Nase voll vom stoischen NDH-Gestampfe? STAHLMANN bringt frischen Wind ins Genre.

LineUp

Martin Soer | Vocals
Ablaz | Bass
Frank Herzig | Guitar
Max Thiele | Drums

Online

www.stahlmann.tv

https://www.facebook.com/Stahlmann-138756019513864/

Tracklist

  1. Leitwolf
    2. Judas
    3. Nichts spricht wahre Liebe frei
    4. Wächter
    5. Von Glut zu Asche
    6. Alptraum
    7. Dein Gott
    8. Schwarz und Weiß
    9. Supernova

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