Atlantis, Barbarenhorden und eine Reise im Schatten

Nach den Sommer Festivals ist nun wieder die Zeit für Indoor Konzerte und mit KAMELOT ist ein richtiger Hammer zu Gast im Z7.

Text: Rea Sigg | Bilder: Claudia Chiodi

Nach einem für mich eher stressigen Wochenende hatte ich mich eigentlich auf einen gemütlichen Sonntagabend im bequemen Sessel gefreut. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Yanik fiel leider aus gesundheitlichen Gründen aus (nochmals gute Besserung, Kollege) und so begleitete ich Claudia ins Z7 zur „The Shadow Tour“.

KAMELOT ist mit der Tour zum am 06. April veröffentlichen Album „The Shadow Theory“ auf grosser Tour. Als Opener hatten sie in Pratteln VISIONS OF ATLANTIS und LEAVES‘ EYES dabei.


VISIONS OF ATLANTIS

Da Stammsänger Siegfried Samer terminlich stark eingespannt war, wurde VISIONS OF ATLANTIS für vier Shows von Michele Guaitoli, bekannt als Sänger der italienischen Modern Melodic Metal Band TEMPERANCE, am Mikrofon unterstützt. Auch in Pratteln war Michele dabei, entsprechend gespannt war ich, wie er sich schlagen würde.

Stimmlich vermochte der Italiener von Beginn weg zu überzeugen. Sein Gesang harmoniert wunderbar mit der Stimme von Leadsängerin Clémentine Delauney. Performancemässig mussten sich seine Bühnenkollegen wohl erst noch an den aktiven Michele gewöhnen. Doch schon nach wenigen Minuten funktionierte die Interaktion zwischen den Musikern und mit dem Publikum perfekt. Alles in allem ein starker Auftritt, der leider viel zu schnell vorbei war.


LEAVES‘ EYES

Atlantis musste den barbarischen Horden weichen. LEAVES‘ EYES übernahm nach kurzer Umbauzeit das Zepter. Wie immer wurde die Band dabei von wilden Kriegern unterstützt. Im Vergleich zu ihrem Auftritt auf Wacken, vermochten die deutschen Symphonic Metaller meiner Meinung nach nochmals einen Zahn zuzulegen. Obwohl ich growlen eigentlich nicht mag, passt die rauhe Stimme von Alexander Krull sehr gut zum hohen Gesang von Elina Siirala und bildet so einen spannenden Kontrast. Das Publikum in Pratteln liess sich auf jeden Fall vom Spass der Band anstecken und feierte kräftig mit.


KAMELOT

Dann wurde es Zeit, die Bühne für den Headliner vorzubereiten. KAMELOT kennen sich im Z7 aus, haben sie in den letzten Jahren doch öfters in Pratteln gespielt. Auch an diesem Abend merkte man, dass sie sich in der Location und mit dem Schweizer Publikum wohl fühlten. Die Amis gaben von Beginn weg Vollgas und liessen die Leute kaum zur Ruhe kommen. Dabei kamen auch Interaktionen mit den Fans nicht zu kurz. Auf dem extra für die Band aufgebauten Steg herrschte reges Kommen und Gehen. Die Bandmitglieder nutzen die so gewonnene Nähe zum Publikum für Handshakes, Fistbumps oder auch mal eine schnelle Umarmung. Diese aktive Interaktion gefiel den Fans natürlich noch mehr. Alles in allem ein sehr starker Auftritt der Melodic Power Metaller. Einziger Störfaktor, zumindest meinem Gefühl nach, war die junge Dame, die ab und zu die Bühne mit der Band teilte und aus rauher Kehle growlte. Davon abgesehen, dass ich eh nicht so Fan davon bin, passten ihre Einlagen auch nicht zur Musik von KAMELOT.

Fans der Amerikaner hatten es vermutlich bemerkt, es sass nicht Johan Nunez am Schlagwerk. Dieser hatte sich im Sommer eine Muskelverletzung zugezogen und so sitzt Alex Landenburg (CYHRA, LT RHAPSODY) an den Fellen der aktuellen Tour.


Nach der Show nutzten wir die Zeit noch für ein paar Gespräche mit Freunden und Bekannten und um die durstigen Kehlen zu befeuchten.
Da ich als Schreiber für einmal nicht mit viel Gepäck unterwegs war, habe ich mich dafür am Merchstand reichlich eingedeckt. Entsprechend vollgepackt ging es dann zum Auto und Richtung Heimat.