BEHEMOTH – „I Loved You At Your Darkest“ am 5.10.18

Eine Verbeugung vor der Ästhetik der Finsternis…

Text: Leo Dowidat

Bilder: Danny Frischknecht (Summer Breeze 2018)


 

Black Metal aus Polen, zuhause bei Nuclear Blast


Die Live-Auftritte von BEHEMOTH in den letzten Monaten, egal ob auf dem Wacken Open Air oder dem Summer Breeze, haben es bereits erahnen lassen: Das neue Album der Black Metaller aus Polen wird ganz grosses Kino. Schon die Single „God = Dog“ überzeugte mit den fetten Drums und dem brachialen Grundtenor ebenso wie mit den beinahe sakralen Zwischenparts – doch dass Nergal und Co mit „I Loved You At Your Darkest“ sogar ihr Opus Magnum „The Satanist“ übertreffen, war mehr eine liebevoll gehegte Wunschvorstellung als eine realistische Prognose. Und doch: Der frische Langspieler aus dem Hause Nuclear Blast kreiert schon mit dem Opener „Solve“ eine düstere und mystische Grundstimmung, die das nachfolgende, bretterharte „Wolves Ov Siberia“ gekonnt durchbricht.

Es sind die Kontraste, welche das Album zu einer Achterbahnfahrt der Gefühle machen. Unbarmherzig hämmernde Drums treffen auf ausufernde Gitarrensoli auf dem bereits angesprochenen „God = Dog“, fast schon zärtlich und verletzlich mutet das verhältnismässig ruhige und instrumental dezent gehaltene „Bartzabel“ mit dem cleanen Refrain an. Direkt darauf jagt Behemoth den Hörer mit Songs wie „Angelvs XIII“ wieder durch höllische Tempi, beraubt ihn jeglicher Sicherheit und Hörgewohnheiten, wenn etwa in „Ecclesia Diabolica Catholica“ plötzlich eine Akustikgitarre zu spielen beginnt – nur um mit Titeln wie „Rom 5 8“ wieder den gewohnt imposanten und gnadenlosen Black Metal zu liefern, mit dem sich Behemoth an die Spitze der Szene gespielt haben.

Behemoth tauchen mit „I Loved You At Your Darkest” alles und jeden in tiefste Dunkelheit – eine Dunkelheit, die man ob ihrer tödlichen und tiefschwarzen Schönheit tatsächlich zu lieben beginnt. Eine schwarze Messe auf Tonträger, die ausgefeilter und brillanter nicht hätte ausfallen können.


Anspieltipps


Bartzabel, God = Dog


Fazit


Auf „I Loved You At Your Darkest” läuft Behemoth zur Höchstform auf – ein Zustand, in dem jeder Handgriff, jede Zeile und jede Note sitzt und die „I Loved You At Your Darkest“ zu einem aussergewöhnlichen Hörgenuss macht, welcher der Dunkelheit in all ihrer Schönheit huldigt.

Prädikat: Wie ein guter Rotwein – schwer, facettenreich, dunkel und eine Betörung für alle Sinne.


LineUp

Nergal | Gesang, Gitarre
Inferno | Drums
Seth | Gitarre
Orion | Bass


Online                                                     

www.behemoth.pl

https://www.facebook.com/behemoth


Tracklist

  1. Solve (Intro)
    2. Wolves Ov Siberia
    3. God = Dog
    4. Ecclesia Diabolica Catholica
    5. Bartzabel
    6. If Crucifixtion Was Not Enough
    7. Angelvs XIII
    8. Sabbath Mater
    9. Havohej Pantocrator
    10. Rom 5 8
  2. We Are The Next 1000 Years
  3. Coagula (Outro)