Dark December Days 2017 mit WIND ROSE, MORGARTEN und ÆXYLIUM am 16.12.2017

Zum Abschluss meines Konzertjahres konnte ich mir noch einen Herzenswunsch erfüllen.

claudia@rocknews.ch | Die Zwergen Metaller aus Pisa von WIND ROSE brachten dieses Jahr ihr drittes Album Stonehymn auf den Markt, und dieses stieg bei mir gleich in die Top Ten der Playlist ein. Aber ein Silberling ist das eine, ich wollte sie unbedingt live sehen und hören. Die Termine der Band in der Schweiz vertrugen sich leider schlecht mit meinem Brötchenjob und anderen bereits feststehenden Terminen, daher ging es vergangenen Samstag nach Italien, genauer nach Busto Arsizio.

Der Ort des Geschehens: die Comunità Giovanile, grob übersetzt ein Jugendverein. Der Eintritt war für Mitglieder frei, alle anderen mussten eine Mitgliedschaft für 10 Euro lösen (auch in 2018 noch gültig). Dazu bekamen wir noch ein Freigetränk und, wenn wir nicht schon gegessen hätten, einen Teller Pasta. Also eigentlich gar kein so schlechtes Geschäft und obendrein sehr nette Gesellschaft in einem gemütlichen Ambiente. Solche Clubmitgliedschaften sind übrigens in Italien nicht ganz unüblich, bei einem Konzert in Mailand mussten wir zusätzlich zum Ticket ebenfalls eine lösen.


ÆXYLIUM


Den Abend eröffnete die Celtic Metal Band aus Varese mit der Titelmelodie von Game of Thrones. Darauf hatte ich gehofft, ich bin GoT Fan und diese Truppe hat mit Querflöte und Geige eine sehr schöne Version im Repertoire. Wer die Fernsehserie kennt, weiss dass es in Westeros nicht ruhig und beschaulich zu und her geht, genauso auch hier auf der Bühne. Mit ordentlich Gitarren Power und gutturalem Gesang ging es zur Sache. Immer wieder als Gegenpol dazu der Sound der beiden klassischen Instrumente. Auch mit einwandfreiem Clean Gesang konnte der Fronter aufwarten und überzeugte das ganze Set über.

Ich hätte mir gerne von dieser Band ein Album zugelegt, leider war dies noch nicht möglich. Die Band ist noch ohne Label und das Debüt Album gerade fertig gemastert. Einen Veröffentlichungstermin gibt es meines Wissens noch nicht, da bleibe ich aber ganz bestimmt dran.


MORGARTEN


Wir waren nicht die einzigen Schweizer vor Ort, MORGARTEN ist wie vergangenes Jahr auf der Dark December Days Tour dabei. Die aus Neuchâtel stammende Band zeichnet sich durch Folk Black Metal aus und feierte Ende letztes Jahr ihr 10 jähriges Bühnenjubiläum. Diese Erfahrung merkte man ihnen auch live an, sie fühlten sich offensichtlich wohl auf den Brettern, auch von einem technischen Problem liessen sie sich nicht aus der Ruhe bringen. Im Gegenteil, das Publikum kam in den Genuss eines ausführlichen Drum Solos. Ist jetzt Black Metal nicht unbedingt meine Spezialität, konnte ich mich der Dynamik und der Ausstrahlung der Band nicht entziehen.

Teils melodisch, teils brachial entführten sie das Publikum in die Zeit von Kriegern, Rittern und Schlachten, inspiriert von der Geschichte der Schweiz.


Zur Feier des Tages gönnten wir uns einen Drink vor unserem persönlichen Highlight des Abends. Erwähnte ich die Gastfreundschaft? Also unser normaler Gin Tonic war im Endeffekt ein dreifacher, und zwar vom guten Stoff. Die Flasche war schon fast leer und das bisschen aufheben lohnte sich offensichtlich in den Augen des Barkeepers nicht. So gerüstet, ging es in die letzte Runde.


WIND ROSE


Der Headliner des Abends spielte mit Dwarven Metal auf, also Powermetal nach Zwergen Art. Nicht leicht und verspielt, sondern kraftvoll und in bester Feierlaune. Das Publikum findet sich in Mittelerde wieder auf dem Weg zum Erebor, und dies ist nicht etwa bloss meine Interpretation, sondern durchaus so gewollt. WIND ROSE befindet sich nämlich auf einer Mission, der „The Retaking of Erebor“ Tour. Gemeinsam mit den Anwesenden schlug man Schlachten und wanderte durch den Mirkwood Forest. Die passenden Bühnenoutfits unterstrichen diesen Eindruck noch.

Auch wenn ich nicht alle Ansagen verstanden habe, nicht verwunderlich, sind meine italienisch Kenntnisse minimal und reichen zum Essen und Trinken bestellen, war dennoch offensichtlich, dass der Frontmann Francesco (Durin VIII) das Publikum komplett im Griff hatte. Allgemein war die ganze Show überaus energiegeladen und so mitreissend, dass auch die Kamera zwischenzeitlich unbenutzt blieb und Headbangen den Vorrang haben musste.

Fand ich das Album schon hervorragend, live legen die Italiener noch einiges drauf und dieser Abend war jeden einzelnen gefahrenen Kilometer mehr als wert. Und meine Top Ten Song Liste brauchte ebenfalls eine Anpassung, schon auf dem Album fand ich „The Returning Race“ sehr ansprechend, jetzt ist es mein Favorit. Noch spielen WIND ROSE in kleinen Clubs, aber mit den bereits bestätigten Terminen nächstes Jahr auf einigen renommierten internationalen Festivals bin ich sicher, dass sich dies bald ändern wird.


Dieser Abend gehört definitiv zu meinen Highlights 2017, musikalisch, aber auch menschlich. Nach dem Konzert ergaben sich ein paar Gespräche mit MORGARTEN und WIND ROSE, sehr sympathisch und voll motiviert. Noch sind die Dark December Days 2017 nicht vorbei, wer sich also selber davon überzeugen will, kann dies am 22.12. in Neckarsulm (D) und am 23.12. in Arnhem (NL) tun.

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