Swiss Metal in der Hall of Fame

Am 26. Mai luden die Melodic-Metaller von CRYSTAL BALL zur grossen Party nach Wetzikon in die Hall of Fame.

Da Nathalie und Lars krankheitshalber kurzfristig absagen mussten, liessen Claudia und ich unsere Kino-Reservation für Solo verfallen und machten uns auf den Weg ins Zürcher Oberland.

Text: Rea Sigg | Fotos: Claudia Chiodi

Vor Ort warteten schon einige Fans auf den Einlassbeginn und genossen den lauen Abend. Mit den für ein Rockkonzert obligatorischen 5 Minuten Verspätung begann dann der Einlass. Gespannt warteten wir, ob der Last-minute Wechsel geklappt hatte. Hatte er natürlich nicht, doch der Club zeigte sich flexibel und so kamen wir ohne Probleme rein. Drinnen war es, obwohl die Show noch nicht gestartet hatte, schon ordentlich warm. Auf der Bühne wurden noch letzte Handgriffe angelegt, dann war es auch schon soweit.


FELSKINN


Den Abend eröffneten die Metaller von FELSKINN um Sänger und Komponist Andy Portmann (Ex- Ain’t Dead Yet). Die kurze Setlist wartete vor allem mit Songs vom aktuellen Album Mind over Matter auf. Obwohl FELSKINN mit erdigen Riffs und treibenden Grooves aufwarteten, gelang es ihnen nicht so ganz, dass Publikum in der Hall of Fame von ihren Qualitäten zu überzeugen. Zwar wurde auf Aufforderung rhythmisch in die Hände geklatscht oder Fäuste in die Luft gereckt. Doch so richtig viel Stimmung wollte trotzdem nicht aufkommen. Zum Glück liess sich die Band davon nicht die Stimmung vermiesen und rockten die Bühne. Erst mit dem letzten Song des Abends, einem älteren und daher auch bekannteren Titel, gelang es ihnen, das Publikum zu packen. Der Track 170105 stammt noch vom 2006 veröffentlichten Debutalbum, wurde später von Kai Hansen (Halloween) adaptiert und schaffte es unter dem Titel „Built A World“ auf dem GAMMA RAY Album „Empire Of The Undead“ auf Platz 13 der deutschen Charts. Nicht verwunderlich also, dass hier das Publikum kräftig mitrockte. Leider hiess es danach aber, Bühne räumen und Platz machen für die nächste Band.

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KING ZEBRA


Nach einer kurzen Umbauphase übernahmen die 80er-Jahre Rocker von King Zebra das Zepter. Die 2009 gegründete Band legte gleich von Anfang kräftig los. Sänger Eric St. Michaels (bekannt unter anderem als Frontmann von CHINA) liess sich nicht anmerken, dass es sein erstes offizielles Konzert mit den Glam-Rockern war, sondern gab von Beginn weg Vollgas. Die 5 Könige spielten Songs aus der gesamten Bandgeschichte und hatten sichtlichen Spass auf der Bühne. Vielleicht lag es doch an den heissen Temperaturen, dass auch hier der Funke erst spät auf das Publikum übersprang. Schade, denn der starke Auftritt der Rocker hätte eigentlich mehr Support verdient. KING ZEBRA wussten nämlich durch schnelles und sauberes Spiel, treibende Rhythmen und starken Gesang absolut zu überzeugen. Man darf gespannt sein, was die Band erst zu bieten weiss, wenn sie sich wieder endgültig als Formation zusammengefunden haben.

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CHRYSTAL BALL


Nach einem weiteren Umbau wurde es Zeit für die Stars des Abends. Noch bevor CRYSTAL BALL die Bühne betraten, machte sich im Publikum gespannt Vorfreude bereit. Dann war es soweit und die Hall of Fame begann schon bei den ersten Tönen zu kochen. Sänger Steven Mageney hatte das Publikum von Anfang an im Griff und liess die Crystalheads nie zur Ruhe kommen. Natürlich umfasste die Setliste vor allem Songs des neuesten Silberlings Crystallizer, doch auch ältere Stück durften nicht fehlen. So hatten es auch Lieblingssongs einzelner Bandmembers wie zum Beispiel Hold your flag oder Anyone can be a hero auf die Setlist geschafft und wurden vom Publikum frenetisch gefeiert. Während Sänger Steven auf der Bühne herumwirbelte und auch mal mit seinem Luftgitarrenspiel das Publikum zum Toben brachte, überzeugten Scott Leach und Tony Castell vor allem durch ihre auf den Punkt perfekt gespielten zweistimmigen Gitarrenparts. Dabei wurden sie kräftig durch das druckvolle Bassspiel von Chris Stone unterstützt. Auch Drummer Marcel Sardella zeigte, dass er sein Instrument mehr als beherrscht und peitsche Band und Fans zu Höchstleistungen an. Als dann die Hymne Hellvetia, noch aus der frühen Bandgeschichte stammend, angekündigt wurde, kannte das Publikum kein Halten mehr.

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Auch wenn das Publikum, der Hitze geschuldet, bei den beiden ersten Bands noch etwas zurückhaltend war, so war es ein gelungener Abend, mit grossartigem Rock/Metal.