Wacken Open Air 2018 Mittwoch

Nach der letztjährigen Ausgabe, sind wir auch dieses Jahr wieder im Doppelpack an einem der grössten Metalfestival der Welt vertreten.

Text und Bilder: Claudia Chiodi und Rea Sigg

Das diesjährige Wacken Abenteuer startete für uns am Dienstag nach der Arbeit. Das Ziel war so weit wie möglich zu fahren, um dann am Mittwoch Morgen am Presse Check-in einzutreffen. Im Gegensatz zu den Ticketinhabern können wir nicht früher unsere Zelte aufschlagen.

Unser Zeitplan ging auf, und so konnten wir gemütlich in den ersten Festivaltag starten und den Nationalfeiertag auf unsere Weise begehen. Der Mittwoch gehört ja nicht offiziell dazu, das W:O:A beginnt eigentlich erst am Donnerstag, aber dennoch waren einige interessante Bands angesagt. Nur die Mainstages im Infield wurden noch nicht bespielt, aber auch auf der Wackinger Stage und dem Bullhead City Circus war genug Programm.


IGNIS FATUU

Unser Eröffner war die Nürnberger Band mit Laui (ex-Nachtgeschrei) an der Drehleier, Flöte und Gesang als Verstärkung. Mit älteren Liedern wie „Alchemie“ und „Blut geleckt“ heizten sie am Beginn gleich ordentlich ein. Wobei einheizen ja nicht so dringend nötig gewesen wäre bei den Temperaturen dieses Jahr. Der Platz vor der Wackinger Stage war schnell ordentlich voll und begeisterte nicht nur Mittelalter Rock Fans.

Viel Zeit zum Verweilen hatten wir nicht, denn die nächste Band rief schon.


SHIRAN

Die Gewinner der israelischen Metal Battle traten im Bullhead City Circus auf der Headbanger Stage an, um ihren Modern Heavy Metal im Kampf um die Krone in den Ring zu werfen.

Die Stimme von Fronterin Shiran erinnert mich (Claudia) relativ stark an Noora von Battle Beast, und damit stehe ich nicht alleine da. Es sind durchaus auch Power Metal Einflüsse hier deutlich spürbar, vor allem die schnellen Drums im Fotograben auch physisch.

Das Zelt war zwar nicht voll, aber offensichtlich hatte die Band einige Unterstützer mit auf die Reise genommen. Dies hat zwar nicht für einen der ersten fünf Plätze gereicht, aber der 20 minütige Auftritt ist in Erinnerung geblieben. Bei einem Festival mit einer solchen Banddichte, will das durchaus was heissen.

Während sich die Eine ein wenig mit den aktuellen Verkaufsangeboten vertraut machte, fand sich Rea wieder vor der Wackinger Stage ein.


HAGGEFUGG

Gespannt erwartete ich den Auftritt der sechs Kölner, hatten sich doch diese augenzwinkernd dem „Prost-Mittelalter-Party-Rock“ verschrieben. Der Auftritt auf der Wackinger Stage enttäuschte dann auch nicht. Haggefugg legten gleich von Beginn weg los. Mit Dudelsack, Schalmeien und humorvollen Texten überzeugten sie die zahlreichen Metalheads, die sich trotz Staubmassen nicht vom wilden Mittanzen abhalten liessen.

Und schon ging es wieder zurück ins Zelt für beide Reporter, wo übrigens überraschen angenehme Temperaturen herrschten, vielleicht nicht gerade mitten in der Menge, aber am Rande durchaus länger aushaltbar.


STIFF LITTLE FINGERS

Die 1977 gegründete Punk Band aus Belfast weiss, wie man die Massen begeistert und zeigen den jungen Hüpfern, wie man Party macht.


FISH

Schottischer Progressiv Rock, dessen Stärke vor allem in den Lyrics zu finden sind. Ein eher ruhiges Set, ein Moment zum Durchatmen und Geniessen. Vielleicht nicht unbedingt, was man auf einem Metal Festival erwartet, aber diese Diversität ist eines der Markenzeichen des Wacken Open Air.


VOGELFREY

Betont cool gab sich die Hamburger Formation mit ihren verspiegelten Sonnenbrillen. Genauso cool rockten sie die Wackinger Stage und sorgten für Party im ganzen Village.


NAZARETH

Die Rocker aus Schottland muss man nicht näher vorstellen, dürften sie doch den meisten Ü30 der westlichen Hemisphäre bekannt sein. Startschwierigkeiten aufgrund technischer Probleme bekam man schnell in den Griff und begeisterten ein Publikum aus Vertretern aller Altersklassen. Uns persönlich hat der Auftritt leider nicht ganz überzeugen können, trotz sehr guter Einzelleistungen. Vielleicht waren da die Erwartungen unsererseits auch einfach unrealistisch hoch angesetzt, schliesslich ist man mit dieser Musik aufgewachsen.

Für eine grandiose Stimmung vor der W:E:T Stage haben sie aber ohne Diskussion gesorgt.


dARTAGNAN

Die Musketierrocker aus Nürnberg spalten die Musikwelt, ist es nun Rock, Folk oder Schlager? Die anwesenden Metalheads kümmerte das aber genauso wenig wie die Band, Einteilung in Schubladen und Labels sind unnötig, wenn gefeiert wird. Und vom Feiern verstehen die sechs Musiker definitiv etwas! Mit Liedern über das Trinken, schöne Frauen und Abenteuer ausgestattet, ist man auf dem Acker goldrichtig.


Für die Freunde der härteren Gangart ging es im Bullhead City Circus weiter, die BACKYARD BABIES und anschliessend SEPULTURA standen noch an. Auch Claudia wollte sich dies nicht entgehen lassen, und war nicht alleine mit dem Gedanken. Schon vor dem Ende des Sets von NAZARETH waren die Eingänge komplett dicht. Normalerweise kommen dann Fotografen dennoch rein, wir stehen ja nicht im Publikum, aber hier war keine Chance auch nur in die Nähe der Sicherheitsleute zu kommen und auf sich aufmerksam zu machen. In den vergangenen Jahren durften wir auch Abkürzungen nutzen, diesmal gab es kein Durchkommen. 

Somit endete der erste Tag doch unerwartet früh. Doch wer die Wettervorhersage gesehen hatte, war sich bewusst, das Ausschlafen im Zelt wegen der hohen Temperaturen nicht wirklich drin lag. Also nutzen wir die Gelegenheit und gönnten uns noch eine Nacht mit ein wenig mehr Schlaf.